FuturePro

Hybrides Projektmanagement


Ziel des Forschungsvorhabens FuturePro ist die Gestaltung eines ganzheitlichen Projektmanagementsystems (PMS) für Entwicklungsprojekte von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im Maschinen- und Anlagenbau, welches KMU-spezifische Anforderungen bedient. Das PMS soll den Unternehmen einen optimalen Mix aus bestehenden und weiterentwickelten Projektmanagementansätzen (PMA) bereitstellen.

Ausgangssituation

KMU im Maschinen- und Anlagenbau stehen heute vor verschärften Herausforderungen, wie:

  • wachsende Komplexität der Kunden- und Marktanforderungen,
  • immer kürzer werdende Innovationszyklen,
  • zunehmend erforderliches Zusammenspiel verschiedener unternehmensinterner Bereiche sowie Kunden und Lieferanten.

KMU sind diesen Herausforderungen mit ihren bestehenden Projektmanagementsystemen nur bedingt gewachsen. Aktuell nutzen nur die wenigstens KMU überhaupt eine koordinierte Vorgehensweise bei der Durchführung von Projekten. Der Hauptgrund dafür ist, dass bestehende Projektmanagementansätze – ob klassisch, agil oder hybrid – für große Unternehmen konzipiert sind. Sie basieren auf einem großen Ressourceneinsatz, der sich in der Anzahl unterschiedlicher Rollen, der Notwendigkeit an verschiedensten Qualifikationen und den zeitlichen Kapazitäten widerspiegelt. KMU besitzen diese Ressourcen nicht. Daher gilt es, bestehende Projektmanagementansätze zu adaptieren und KMU-spezifisch weiterzuentwickeln.

Daraus leitet sich die Forschungsfrage des Projekts FuturePro ab: Wie kann ein ganzheitliches Projektmanagementsystem für Entwicklungsprojekte in den KMU des Maschinen- und Anlagenbaus gestaltet werden, um den Unternehmen einen optimalen Mix aus bestehenden und weiterentwickelten Projektmanagementansätzen bereitzustellen?

Lösungsweg

Diese Frage beantwortet das Forschungsvorhaben FuturePro in sechs Arbeitspaketen:

Im ersten Arbeitspaket wird analysiert, anhand welcher Merkmale ein Projektmanagementansatz für ein einzelnes Projekt ausgewählt werden kann. Das zweite Arbeitspaket dient der Identifizierung der Rahmenbedingungen und Merkmale bei der Gestaltung eines ganzheitlichen Projektmanagementsystems und der Untersuchung der möglichen Ausprägungen. Diese Merkmalsausprägungen werden in Arbeitspaket drei auf typische Kombinationen überprüft und daraus werden KMU-spezifische Szenarien für den Maschinen- und Anlagenbau abgeleitet. Das vierte Arbeitspaket dient der Beantwortung der Frage, wie für die identifizierten Szenarien ein Projektmanagementsystem gestaltet werden sollte. Weitgehend parallel dazu wird in Arbeitspaket fünf untersucht, wie hybride Projektmanagementansätze – in Kombination mit bestehenden und weiterentwickelten Ansätzen – in KMU eingesetzt werden können und optimal zu einem Projektmanagementsystem kombiniert werden können. Im sechsten Arbeitspaket wird erarbeitet, wie das Projektmanagementsystem in KMU umgesetzt werden kann. Ziel ist die Umsetzung mithilfe einer Roadmap in Form einer digitalen App.

Erwartetes Ergebnis

Die praxisorientierten Ergebnisse des Projekts reichen von der Auswahl und der Gestaltung von Projektmanagementsystemen für KMU-spezifische Szenarien bis zur Roadmap mit Handlungsempfehlungen. Dabei sollen die KMU bei der industriellen Umsetzung durch die Roadmap (in Form einer digitalen App) unterstützt werden. Die Unternehmen sollen in die Lage versetzt werden, eine Selbsteinschätzung hinsichtlich der Merkmalausprägungen zu tätigen, und durch Einstufung in eines der identifizierten Szenarien eine Empfehlung für das geeignete Projektmanagementsystem erhalten.

Nutzen für die Zielgruppe

Unmittelbarer Nutzen:

  • Reduktion der Projektentwicklungskosten
  • Effizientere Produkt- und Dienstleistungsentwicklung
  • Erfolgreichere Projektdurchführung

Mittelbarer Nutzen:

  • Steigerung der Kundenbindung und -zufriedenheit
  • Verbesserung der Marktposition
  • Übertragung der Erkenntnisse auf andere Branchen