UdZ 2-2014

29 Unternehmen der Zukunft 2/2014 UdZ Viele Unternehmen stehen vor der Heraus- forderung, eigene Angebote, Geschäfts- modelle und Organisationsformen fortlau- fend zu hinterfragen und sich immer wieder und in kürzester Zeit an neue Gegebenheiten anzupassen. Die vergangenen Jahrzehnte sind durch eine Reihe von maßgeblichen Entwicklungen charakterisiert, die zu grund- legenden Veränderungen in der Art, wie Unternehmen arbeiten und strukturier t sind, geführt haben. 65% der Unternehmen sehen in der Bewältigung der Fragen der Nachhaltigkeit den größten Einfluss auf Ihre Geschäftstätigkeit [1] . Andere zentralen Triebkräfte der globalisierten und volatilen Welt ergeben sich insbesondere aus dem Fortschreiten der Informationstechnologie bzw. des Internets und die damit einher- gehende Digitalisierung der Wir tschaft. Wissenschaft wie Praxis bestätigen gleicher- maßen ein starkes branchenübergreifendes Wachstum in der Bedeutung von „Social Business“ [2]. Die sich verändernde volatile Welt treibt Unternehmen an, sich zu verän- dern. Globale Mega-Trends wie beispielsweise Social Media, Lean Manufacturing, Shared Economy und Green Technology aber auch regionale Phänomene wie der demografische Wandel verstärken die Intensität des Wandels. Die genannten Triebkräfte stellen Unternehmen vor komplexe Herausforderungen, eröff- nen aber gleichzeitig völlig neue Chancen. Beispielsweise ist die Digitalisierung so- wohl Ursprung als auch Ermöglicher für Transformation. Im Gegensatz zu bloßen Anpa s sungs p r oze s s en und kont i nu i e r- lichen Entwicklungen versteht man unter Transformation die Umgestaltung und Um- wandlung eines Bestehenden in eine neue Form im Sinne eines Musterwechsels, bei dem alte Strukturen sowie Verhaltensweisen aufgegeben und durch neue ersetzt werden. Zahlreiche Studien belegen, dass strategische Initiativen zur Transformation in der Phase ih- rer Umsetzung nicht den gewünschten Erfolg herbeiführen [1; 3]. Der Hauptgrund dafür, dass drei von vier Initiativen in der Umsetzung scheitern, liegt darin begründet, dass das Augenmerk allein auf der Sachebene liegt. Veränderungen erzeugen bei Mitarbeitern Widerstand und Verweigerung. Daher ist es notwendig, neben der Sachebene auch die Verhaltensebene zu adressieren. Die explizite Berücksichtigung des Verhaltens und des Denkens der Mitarbeiter auf allen Unternehmensebenen ermöglicht einen nach- haltigen Transformationserfolg. Dabei haben eine transformationale Führung und entspre- chendes Mitarbeiterverhalten eine deutlich höhere Erfolgsrelevanz als rein technische Fähigkeiten [4]. Nur so lassen sich auf der strategischen Ebene, bei der Synchronisation zwischen strategischer und operativer Ebene und im Veränderungsprozess Misserfolge vermeiden. In der klassischen Organisationsentwicklung werden Veränderungen von innen heraus aus dem Unternehmen initiiert und durchlaufen. Dies erfolgt unter breitflächiger Einbindung der Betroffenen, wobei zwar eine hohe Integration jedoch ein nur langsamer Fortschritt er- zielt werden. Zudem bedarf es einer hohen Ressourcenbindung. Change-Management- Ansätze hingegen zeichnen sich dadurch aus, dass Veränderungen mit Hilfe externer Berater und dem Topmanagement herbeigeführt wird. Dabei kommt es oftmals zu einer mangelnden Akzeptanz und somit zu Schwierigkeiten bei der Umsetzung einer Lösung. Sowohl bei der Organisationsentwicklung als auch beim Change Management bleiben die tatsächlich erreichten Ergebnisse oft beträchtlich hinter den anfänglichen Erwartungen zurück. Um Unternehmen bei der Veränderung ihrer Struktur und Verhaltensweisen erfolgreich zu unterstützen, beschäftigt sich der Bereich Business Transformation mit der überge- ordneten Fragestellung, wie strategische Veränderungsmaßnahmen initiiert werden und wie die Wirksamkeit strategischer Initiativen nachhaltig sichergestellt werden kann. Der Veränderungserfolg in Organisationen hängt sowohl von der inhaltlichen Qualität einer aus einem Veränderungsprozess gewonnenen Lösung als auch von der Akzeptanz dieser Lösung durch die relevanten Umwelten ab. Mit dem Begriff Business Transformation verbindet man eine bestimmte Art von Veränderungen. Es geht um die Umgestaltung und Umwandlung einer bestehenden Organisation in eine neue Form, bei der alte Strukturen und Verhaltensweisen aufgebrochen oder ganz aufgegeben werden. Die Veränderung erfolgt so dass eine Option zu einem Musterwechsel eröffnet und innerhalb vertretbarer Zeit um- setzbare und im System akzeptierte Lösungen hervorgebracht werden. Um betriebliche Transformationen in Form einer Um- oder Neugestaltung bestehender Business Transformation Unternehmen erfolgreich und nachhaltig verändern FIR-Forschungsprojekte

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