UdZ 2-2014

55 Unternehmen der Zukunft 2/2014 UdZ worden sind. Ein einheitliches Prozessdesign und eine Reorganisation der Prozesse wurde nicht durchgeführt. Dementsprechend diver- gieren die Abläufe und Berechtigungen im den verschiedenen Standorten. So gab es alleine an einem Standort nur für die Adressdaten 25 unterschiedliche Typen von Berechtigungen für Nutzer, welche sich nur marginal voneinander unterschieden, jedoch aufwendig gepflegt wer- den müssten. Ein Großteil der Rollen hatte dabei beinahe uneingeschränkten Zugriff und könnte nach eigenem Ermessen die Daten verändern. Für die Datenanlage und Veränderung gab es weder Regelungen noch ein Prozesshandbuch, welches die Arbeitsweise vorgibt oder synchro- nisiert. In der Folge ist eine Vielzahl von stand- ortindividuellen Nutzungsvarianten entstanden und Datenfelder sind zweckentfremdet worden. Eine Adresszeile wurde beispielsweise für die Angabe des Status „inaktiv“ genutzt, landesty- pische Eigenschaften der Adressen wurden ganz unterschiedlich und inkompatibel abgebildet. Harmonisierung und Bereinigung Bei der Analyse der Datenlandschaft ergab die Dublettensuche, dass etwa 14 Prozent der Adressdaten Dubletten waren, sich also fast 8 Prozent der Adressdaten bei der Bereinigung auf andere Datensätze auflösen ließen und aus dem System entfernt werden könnten. Dabei hatten die besten Datenbestände der einzelnen Standorte eine Quote an Dubletten von über 10 Prozent, die schlechtesten bis zu 33 Prozent. Bei der Qualitätsuntersuchung zeigten sich die Auswirkungen. So entsprachen beispielsweise bei einem Pflichtfeld, für das eine Liste mit zu- lässigen Werten vorgegeben ist, nur 6,8 Prozent der Einträge auch dieser Werteliste. 11 Prozent der Einträge wichen von dieser Werteliste ab und 82 Prozent der Datensätze hatten in diesem Feld keinen Eintrag. Bei einer so niedrigen Qualität der Daten und der Vielzahl von Dubletten leidet die Qualität aller nachgelagerten Prozesse und Nutzungen. So sind beispielsweise die Ergebnisse der Analysen, Auswertungen und Betrachtungen des Marketings oder Controllings alleine aufgrund der Ausgangsbasis von 14 Prozent Dubletten entsprechend abweichend von der Realität. Migration der Datenbestände Ein Vorgehen für die Migration und Bereinigung der Daten wurde im Projektteam erarbeitet. Da die Daten in verschiedenen Systemen teil- weise unidirektional, aber auch bidirektional ausgetauscht und verändert werden und auch Veränderungen der Hardware und Software in verschiedenen Projekten durchgeführt werden, wurde eine differenziertes und sukzessives Vorgehen erarbeitet, welches im laufenden Betrieb umgesetzt werden kann. Organisation der Prozesse Um die Schwierigkeiten im Management der Adressdaten nachhaltig zu lösen, wurden eine neue Struktur und ein Regelwerk entwickelt, welche sowohl alle Standorte als auch die lan- Bild 2: Vorgehen beim Stammdatenmanagement Industrieprojekte – Analysieren und optimieren

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