UdZ 2-2014
57 Unternehmen der Zukunft 2/2014 UdZ Neue Informationstechnologien erfolgreich nutzen IT-Innovationen und -Trends müssen systematisch für den Einsatz im Unternehmen bewertet werden Auch für produzierendeUnternehmenwirddie strukturierteund systematischeBewertungneuer IT immer wichtiger. Doch eine solche Bewertung erfolgt bei den oft überlasteten IT-Abteilungen auf Kosten des operativen Geschäfts und wurde daher bisher regelmäßig vernachlässigt. Nun stellen sich Unternehmen die Frage, ob sie interne Kompetenz im IT-Scouting aufbauen sollen und wieviel Aufwand dies bedeutet. IT-Leiter aus Unternehmen aller Branchen und Größen werden mit vielen Trends, Technologien und Innovationen konfrontiert. Medien, Messen und das öffentliche Interesse wenden sich mehr und mehr der Rolle von IT in unterschiedlichen Domänen zu. So stellte die Bundesregierung gemeinsam mit einem Interessenskonsortium, u. a. bestehend aus den Verbänden BITKOM , VDMA und ZVEI , die vierte industrielle Revolution (Industrie 4.0) und sogenannte Cyber-physische Syteme (engl. cyber physical systems , CPS) vor, die die Informatisierung der klassischen Industrie im Allgemeinen und der Produktionstechnologie im Besonderen beschrei- ben [1]. Auf Ebene der Dienstleistungen formuliert die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) ebenfalls eine Digitalisierung, bezeichnet als „Smart Service Welt“, und stellt dabei den Nutzen durch Technologien wie Big Data in den Vordergrund [2] . Auf europäischem Level för- dert die EU mit über 700 Mio. Euro das Internet der Zukunft (engl. future internet ) und versucht dabei, die Innovationsfähigkeit der europäischen Wirtschaft mit cloudbasierter IT zu stärken. Doch was steckt hinter Schlagwörtern wie Industrie 4.0, Cyber-physische Systeme, Big Data, Cloud und Co.? Unternehmen stellen sich regel- mäßig die Frage, welchen Einfluss solche neuen Technologien auf ihr Geschäft haben können und welche Technologien sich durchsetzen werden. Sie befürchten, dass die Softwareindustrie nur die nächste sprichwörtliche Sau durchs Dorf treibt. Dies führt dazu, dass für Anwender die Strategie oft Abwarten heißt. Neue Informationstechnologien werden also so lange nicht berücksichtigt und detailliert untersucht, bis sie im Massenmarkt an- gekommen sind und Standardlösungen erworben werden können. Dies ist eine nachvollziehbare Strategie, birgt jedoch auch die Gefahr, wichtige Trends zu verpas- sen. Ein einzelnes Produkt wie das iPhone hat die Umwälzung einer gesamten Industrie verursacht: Die einstigen Champions Nokia und Blackberry haben sich aus dem Markt zurückgezogen oder fristen ein Schattendasein. Solche IT-getriebenen Innovationen haben auch für B2B-Märkte disrup- tives Potenzial. Technologie- und Innovationsmanagement maßgeschneidert für IT Einige Konzerne haben diese Herausforderung be- reits erkannt undmit einemgezielten Technologie- und Innovationsmanagement auch für ihre IT reagiert. Wie Jan Falke auf der Aachener Informationsmanagement-Tagung im Februar 2014 in Aachen berichtete, führt ZF Friedrichshafen ein strukturiertes IT-Innovationsmanagement durch, um aufkommende Trends und deren Bild 1: IT-Scouting in Abhängigkeit der IT-Innovations-Strategie (i. A. a. F erstl u. S inz 2013) Industrieprojekte – Analysieren und optimieren
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