UdZPraxis 1-2017
Die große Vision von Industrie 4.0 ist eine echtzeitfähige, intelligente Vernetzung von Menschen, Maschinen, Objekten und IKT-Systemen so- wohl über die verschiedenen Prozessebenen im Unternehmen (vertikal) als auch über die komplette Supply-Chain (horizontal), also Wertschöpfungskette, hinweg. Ziel dieser Vernetzung ist es, ein dynamisches Management der komple- xen Systeme entlang einer sich automatisch selbst optimierenden Wertschöpfungs- kette zu ermöglichen. Kunde, Lieferant und Hersteller werden so zu einer digital vernetz- ten Wertschöpfungseinheit. Doch an diesem Ziel sind wir noch lange nicht angelangt. An vielen Know-how-Knotenpunkten dieses komplexen Vernetzungsgeflechts wird derzeit nach Lösungen gesucht, die Vision voranzu- treiben. Dazu gehört u. a. der Themenkomplex der Produktionsplanung und -steuerung (PPS). Nach dem derzeitigen Stand verfügen die meisten Unternehmen über ausreichend IT, um ihre Herstellungsprozesse lang- bis mittelfristig planen und steuern zu können. Doch gemessen an den Zielen einer agil digital vernetzten Wirtschaft, kurzfristig in Echtzeit zu agieren, ist dies nicht aus- reichend. Eine intelligente Regelung erfordert einen funktionierenden Informationsstrom, um im Sinne eines Regelkreislaufs die durch Sensoren in Echtzeit erhobenen Daten auch direkt auswerten und das Ergebnis durch eine automatische Rückführung wieder einsteuern zu können. 13 UdZ Praxis ERP und MES Es wächst zusammen, was zusammengehört Was sich hinter dem Schlagwort Industrie 4.0 verbirgt, hört sich so einfach an – Schaffung einer digital vernetzten Wirtschaft . In der Praxis ist dies ein enorm anspruchsvol- les Technologieprojekt, an dessen Verwirklichung weltweit Industrie und Forschungsinstitute ar- beiten. Eine Etappe auf dem Weg zur Realisierung dieses Zukunftsprojekts ist die Weiterentwick- lung von industrieller Prozessplanung und -steu- erung zu einer intelligenten Regelungsarchektur.
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