UdZPraxis 1-2017

15 UdZ Praxis Günther Schuh erforscht am FIR einen Weg, die Komplexität auf ein optimales Maß zu begrenzen: „ Wir wollen herausfinden, welche Datenmenge nötig ist, um eine automatische Regelung zu erreichen. Die Abbildung der physischen Welt als ihre digitale Entspre- chung sollte nicht 100 Prozent der Daten erfordern, sondern einen bestimmten optimalen Prozentsatz, den wir als ‚digitalen Schatten’ bezeichnen. Für Analysen, Prognosen und Simulationen ist dieser Schatten optimal, um Produktions- und Lo- gistikprozesse zu regeln. Das Ergebnis ist ein lernendes System, das ideale Abläufe ei- genständig definiert sowie Sollwert-Korridore und Zielsysteme dynamisch anpasst. “ Gegenwärtig wird das Erreichen dieses Ziels noch weitestgehend durch die als In- sellösungen betriebenen IT-Strukturen behindert, da beispielsweise eine klassische Aufgabenteilung IT-Systeme wie ein Enterprise-Resource-Planning(ERP)- und ein Manufacturing-Execution-System (MES) klar voneinander abgrenzt. Die operative Shopfloor-Ebene mit ihrer mikroskopischen Detailsicht und die makroskopische Überblickssicht der Planungsebene (abgebildet im ERP-System) sind somit nicht dynamisch miteinander verbunden. Um eine verbesserte Regelungsmöglichkeit zu schaffen und somit eine dynamische Kopplung zwischen ERP und Shopfloor zu er- zeugen, sollte das MES eine intelligente Brückenfunktion zwischen beiden Ebenen erfüllen, sodass makroskopische Plan- und mikroskopische Rückmeldedaten einen intelligenten Informationskreislauf erzeugen. Gegenwärtig grenzt eine klassische Aufgabenteilung ERP-System und MES voneinander ab.

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