UdZPraxis 1-2017

23 UdZ Praxis evaluiert werden (s. grüne Anwen- dungsebene in Bild 4). Relevanz be- deutet im Sinne der 6R der Informati- onslogistik, dass die Informationen durch den Einsatz der richtigen Tech- nologien zur richti- gen Zeit am richti- gen Ort in richtiger Qualität und Auflö- sung zu den richti- gen Kosten bereit- gestellt werden. Die zugrundeliegenden digitalen Infra- strukturelemente der vernetzten Indus- trie (blaue Ebene) bilden die Grundlage zur Erschließung neuer Geschäftspoten- ziale einer vernetzten Datenbasis (rosa Ebene). Diese reichen von der reinen Ab- bildung betrieblicher Objekte und Vor- gänge (Visibilität) über die Kenntnis von Wirkungszusammenhängen zwischen einzelnen Entitäten (Transparenz) und deren Nutzung zur frühzeitigen Vorher- sage sich abzeichnender geschäftsrele- vanter Vorfälle (Prädiktivität) bis hin zu selbstregelnden und -lernenden Syste- men (Adaptivität). Anhand eines Anwendungsbereichs wie beispielsweise der adaptiven Logistik (grüne Ebene) werden Lösungselemente für einen modularen und domänenüber- greifenden IKT-Infrastrukturbaukasten (blaue Ebene) entwickelt. „Data-Collecti- on“ imSinne smarter Sensorbausteine er- laubt hierbei eine umfassende Erfassung von Prozess-,Objekt-, Zustands- undUm- weltdaten in Echtzeit. Um diese auch au- ßerhalb des Orts des Geschehens nutzen und aufbereiten zu können, bedarf es in vielen Fällen neuer Formen der Konnek- tivität, wie sie beispielsweise durch kom- mende mobile 5G- Funknetze bereit- gestellt werden. Relevante Aspek- te der physischen Welt werden vir- tuell als digitaler Schatten abgebil- det. Die informato- rische Sichtbarkeit liefert die notwen- dige Transparenz für Analyse und weitere Optimie- rung von Prozes- sen. Durch eine maßgeschneider- te Einbindung von Cloud-Elementen im oder außerhalb des Betriebs können Daten performant gespeichert, verarbeitet und für neue Dienste und Anwenderkreise bereitge- stellt werden. Erst durch Aggregation einer Vielzahl heterogener Datenquellen aus verschie- denen internen und externen Informa- tionskanälen können neue Wirkungs- zusammenhänge und Muster erfasst und für prädiktive Anwendungen ver- wendet werden. Dies bedingt die Ge- staltung neuer interoperabler Schnitt- stellen und Austauschplattformen. In höchster Ausprägung können vernetzte Objekte und autonome Systeme nach Maßgabe zentraler Leitlinien und aktu- eller Echtzeitdaten selbst über nächste Schritte entscheiden, wobei bei unsi- cheren oder unbekannten Situationen weiterhin menschliches Fachwissen zur Entscheidungsunterstützung einbezo- gen wird. Einer der wichtigsten Aspekte solcher selbstlernenden Gesamtsyste- me aus Mensch und Maschine ist hier- bei das Vertrauen in die Sicherheit der zugrundeliegenden Informationen, die durch geeignete Verfahren garantiert sein müssen. „Zusammen mit Ericsson haben wir die Gelegenheit, 5G bereits vor der Marktein- führung auf die konkreten industriellen Anwendungspo- tenziale abzuklopfen. Somit kann die Schlüsseltechnologie der industriellen Vernetzung dann direkt vom Start weg produktiven Nutzen stiften.“ Professor Volker Stich, FIR- Geschäftsführer und Leiter des Clusters Smart Logistik

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