UdZPraxis 1-2017
36 UdZ Praxis Die Bedeutung der Instandhaltung für produzierende Unternehmen in Hochlohnlän- dern wie Deutschland wird seit mindestens 20 Jahren sowohl in der Wissenschaft als auch in der Praxis regelmäßig hervorgehoben. In der industriellen Praxis erhält die Instandhaltung heute dennoch immer noch nicht den angemessenen Stellenwert. In- standhaltungsfunktionen in Unternehmen gelten häufig als reine Kostenstelle. Vernachlässigt werden hierbei die viel- fältigen Wechselwirkungen und Potenziale einer erfolg- reichen Instandhaltung. Die Wechselwirkungen sind in den meisten produzierenden Betrieben zumindest unterschwellig bekannt, werden aber dennoch in der operativen Praxis selten bei Entscheidungen berücksichtigt. Häufig noch leicht abzuschätzen sind die Auswirkungen der Instandhaltung auf die Betriebskosten. In den allermeisten Fällen wird dabei zugunsten der Produktion und der Erfüllung von Kun- denaufträgen entschieden, sodass langfristige nega- tive Effekte durch die Instandhaltung aufgefangen werden müssen. Weitere Potenziale der Instandhal- tung liegen beispielsweise in der Verlängerung der Nutzungsdauer von technischen Assets oder in der Rückführung von Erfahrungswissen wie auch Infor- mationen aus dem Betrieb von Maschinen in die Entwicklung und Herstellung der selbigen. Dies scheitert in vielen Betrieben an einer fehlenden oder inkonsistenten Datenbasis: In den meisten Unternehmen wird das Potenzial einer stabilen und soliden Datenbasis systematisch vernachlässigt oder auch ignoriert. Bild 1: Die Bedeutung der Instandhaltung am Beispiel der LCC: Potenziale der Instandhaltung in klassischer kostenorien- tierter Sicht (eigene Darstellung)
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