UdZPraxis 1-2017

37 UdZ Praxis Die Digitalisierung sorgt jedoch auch hier für eine Zeitenwende: Zukünftig wird die Debatte und damit die Wahrnehmung der Instandhaltung in pro- duzierenden Unternehmen im Rahmen von Industrie 4.0 frischen Wind er- halten. Aus Sicht der Instandhaltung ist dies die Chance, den eigenen Stel- lenwert im Unternehmen noch einmal auf den Prüfstand stellen zu lassen. Dies beginnt mit der Erkenntnis, welche Auswirkungen Industrie 4.0 auf produzierende Unternehmen hat: Die Datenverfügbarkeit in Echtzeit und die Vernetzung von anschlussfähigen Maschinen, IT-Systemen und Menschen ermöglichen eine bisher nie dagewesene Beschleunigung organisationaler Anpassungsprozesse. Die Herausforderung für Unter- nehmen besteht darin, diese Geschwindigkeit für sich zu nutzen und gleichzeitig die eigene Organisation mit den neuen Möglichkeiten nicht zu überfordern. Diese Anpassungsprozesse können vielfach aus einfachen Lern- und Ver- besserungsprozessen bestehen, die im Sinne eines kontinuierlichen Ver- besserungsprozesses der Weiterentwicklung des Unternehmens dienen. Aber auch die Innovationsgeschwindigkeit, d. h. die erfolgreiche Ent- wicklung und Einführung neuer Produkte, Dienstleistungen und Lösun- gen, ist in einem agilen Unternehmen sehr hoch. Change-Requests, also geäußerte Wünsche, an einem bereits in der Produktion befindlichen Produkt Anpassungen vorzunehmen, werden nicht als Mangel und Qua- litätsproblem verstanden oder gar mit allen Mitteln vermieden. Vielmehr begreift das agile Unternehmen Change-Requests als relevante Möglich- keit, Kundenwünsche gezielt und zeitnah umzusetzen – und somit als Chance zur erwünschten Produktoptimierung. Dabei meistert das agile Unternehmen trotz schneller Umsetzung die gleichzeitige Beibehaltung einer konsistenten Datenbasis über mehrere betriebliche Anwendungs-

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