UdZForschung 1-2018
13 UdZ – Unternehmen der Zukunft 1/2018 FIR-Forschungsprojekte Projekt: Add2Log Die Plattform für dezentrale Produktion auf Basis additiver Fertigung und agiler Logistik Entwicklung eines Referenzprozesses als Grundlage für die Add2Log-Plattform Im Rahmen des Forschungsprojekts Add2Log widmet sich das FIR an der RWTH Aachen gemeinsam mit einem Forschungskonsortium, bestehend aus dem Fraunhofer ILT , der DMGMori Spare Parts Gmb H, der Materialise GmbH , der TOP Mehrwert-Logistik GmbH und der Software AG , der Entwicklung einer unternehmensübergreifenden Softwareplattform zur Realisierung eines Wertschöpfungsnetzwerks für eine agile Logistiklösung zur Herstellung von Neu- und Ersatzteilen unter Nutzung der additiven Fertigung. Das Forschungsprojekt Add2Log ist im März 2017 gestartet und wird im Rahmen des Förderprogramms „PAiCE – Digitale Technologien für die Wirtschaft“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie für die Dauer von drei Jahren gefördert. D ie additive Fertigung verzeich- net seit ihrer Entwicklung in den 1980er Jahren starke Wachstumsraten [1]. In der Vergangenheit kam sie vorrangig im Pro- totypenbau zum Einsatz. Aktuell sind ver- mehrt Unternehmen bestrebt, die additive Fertigung auch in der Serienfertigung als vollwertigen Ersatz für konventionelle Fertigungsverfahreneinzusetzen [2]. Durch denEinsatzder additivenFertigungergeben sich Möglichkeiten, Bauteile mit einer ge- ringen Losgröße wirtschaftlich zu fertigen. Darüber hinaus bieten sich Vorteile durch eine Verkürzung der Entwicklungs- und Herstellungszeit und der damit einherge- hendenReduzierungderTime-to-Marketso- wiedurcheinemöglicheGewichtsreduktion und Funktionsintegration [3]. Durch den EinsatzderadditivenFertigungistinZukunft eine Dezentralisierung der Produktion möglich [4]. Produzierende Unternehmen können so schneller und flexibler auf Kundenwünsche reagieren. Kostspielige Bevorratung, notwendige Eiltransporte sowie aufwendige Reproduktionen von nicht mehr verfügbaren Ersatzteilen kön- nen durch den Einsatz additiver Fertigung aufgrundderMöglichkeitenzurdezentralen Produktion reduziert werden oder sogar entfallen [4]. ZumAbschöpfen der genann- ten Potenziale bedarf es leistungsstarker Logistiknetzwerke. Wertschöpfungsnetzwerke müssen zu- künftig agil auf die aktuelle Situation reagieren. So können je nach Auslastung und Lieferweg kürzere Lieferzeiten bei einer dezentralen Produktion erreicht werden; dafür müssen aber die einzel- nen Akteure der Wertschöpfungskette kundenorientiert zusammenarbeiten. Je nach Kundenanforderungen werden un- terschiedliche Leistungen der einzelnen Akteure einer Wertschöpfungskette ab- gerufen. Eine zentrale Herausforderung ist die Frage, wie das Wertschöpfungs- netzwerk koordiniert werden kann. Das Forschungsprojekt adressiert die skizzierte Herausforderung. Ziel des Projekts ist die Entwicklung und proto- typische Implementierung einer unter- nehmensübergreifenden softwareba- sier ten Plattform, die die zentralen Koordinationsfunktionen bereitstellt. Die bisherigen Arbeiten umfassten zu- nächst eine Analyse der Anforderungen an die Plattform. Im Zuge dessen wurde als Grundlage für die Entwicklung der Add2Log-Plattform ein Referenzprozess entwickelt. Der Referenzprozess bein- haltet den kompletten Ablauf von der Kundenanfrage an die Plattform bis zur Auslieferung des fertigen Teils an den Kunden. Die Add2Log-Plattform hat unterschied- liche Stakeholder, deren Anforderungen an die Plattform bei der Entwicklung des Referenzprozesses berücksichtigt werden mussten. Bei den Stakeholdern handelt es sich im Wesentlichen um zwei Gruppen: zum einen die Gruppe der Plattform- entwickler und -betreiber und zum an- deren die Gruppe der Plattformnutzer. Die Gruppe der Stakeholder der Platt- formentwickler und -betreiber besteht aus Hardware- und Software-Entwicklern, Post-Processors, Qualitätssicherern, unab- hängigen Auditierungsunternehmen so- wie dem technischen Betrieb, den Admini- stratoren und Wartungsbeauftragten der Plattform. Für die Gruppe der Platt- formnutzer wurden u. a. Hersteller von Prototypen und KMU im Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus für die Plattform als Stakeholder identifiziert. Dies erfolgte im Rahmen von Workshops, in welchen zusätzlich die unterschied- lichen Anforderungen an die Plattform aufgenommen und abschließend die Implikationen für den Referenzprozess erfasst wurden. Der Referenzprozess der Add2Log- Plattform ist als Mehrebenenkonzept angelegt. Es wurde eine Gliederung in drei Ebenen vorgenommen. Auf Ebene 1 2 Lo g
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