UdZForschung 1-2018
14 UdZ – Unternehmen der Zukunft 1/2018 FIR-Forschungsprojekte (s. Bild 1) ist der Gesamtprozess in Form eines Wertschöpfungskettendiagramms dargestellt. Der Gesamtprozess wird auf dieser Ebene in einzelne Prozessschritte gegliedert, die detailliert auf einer zweiten Ebene dargestellt sind. Die dritte Ebene bietet eine weitere Detailierung der ein- zelnen Prozessschritte. Der Gesamtprozess startet mit einer Kundenanfrage. Daran schließt sich die Auswahl einer Fertigungsroute durch die Plattform an. Dieser Teilprozess umfasst die Auswahl eines Fertigungshubs, gege- benenfalls eines Post-Processing-Partners und eines Partners für die Qualitäts- sicherung sowie für die Auswahl eines Logistikdienstleisters. Danach folgt der Prozessschritt ´Kundenentscheidung´. An diesen Prozessschritt schließen sich die Prozessschritte ´Bauteil drucken´, ´Post- Processing´ und ´Qualitätssicherung´ an, bevor das Bauteil im letzten Prozessschritt an den Kunden ausgeliefert wird. Als detaillierter Prozessschritt der zweiten Ebene ist exemplarisch der Prozessschritt ´Kundenentscheidung´ in Bild 2 (s. S. 15) dargestellt. Dieser Prozessschritt umfasst die beiden Akteure ´Add2Log-Plattform´ und ´Kunde der Plattform´. Der Prozessschritt besteht aus verschiedenen Tätigkeiten (Tasks), die nacheinander durchgeführtwerden. Hierbei wird zwischen User-Tasks, Service-Tasks sowie Send- und Receive-Tasks differen- ziert. Nachdem die add2Log-Plattform das Angebot an den Kunden adressiert hat, folgt der Empfang des Angebots durch den Kunden (Receive-Task). Der Kunde sichtet danach das Angebot. Hierbei handelt es sich um eine User-Task. Eine User-Task ist eine Tätigkeit, die von einer Person an einem IT-System durchgeführt wird. Ist der Kunde von dem Angebot überzeugt, nimmt er das Angebot an. Auchhierbei handelt es sichum eine User-Task. Die Plattformnimmt darauf- hin das Angebot an (Receive-Task) und be- nachrichtigtdiebeteiligtenFertigungsstufen über die Annahme des Angebots durch den Kunden.DerAuftragwirdsomitangestoßen. Für die Tätigkeiten ´Angebot an Kunden ad- ressieren´ und ´Beteiligte Fertigungs-stufen benachrichtigen´ existiert eine noch detail- liertereBeschreibungauf der drittenEbene. Bespielhaft ist hier der Schritt ´Angebot an Kunden adressieren´ in Bild 3 (s. S. 15) dargestellt. Die Anonymisierung der Fertigungsstufen ist eine Service-Task. Das bedeutet, dass die Tätigkeit automatisiert von der Plattform durchgeführt wird. Das Gleiche gilt für das Eintragen des Kunden- namens und der Adresse des Kunden. Ab- schließend wird das Angebot dem Kunden bereitgestellt. Die Gliederung auf drei Ebenen und die Differenzierung zwischen unterschiedlichen Typen von Tätigkeiten erlaubt eine systematische Erfassung der Material- und Informationsflüsse als Grundlage für die weiteren Arbeitspakete. Auf Grundlage dieser Ergebnisse sollen die funktionalen Anforderungen an den Proto- typundDemonstratorinFormeinesPflichten- heftes abgeleitet unddokumentiertwerden. Das Pflichtenheft stellt die Basis für die Ent- wicklung der Add2Log-Plattform dar. Darauf aufbauend soll eine Referenz- architektur für die Add2log-Plattform ent- wickelt werden, um so die Basis zur Im- plementierung der Plattformzu schaffen. Durch die Add2Log-Plattform ergeben sich neueMöglichkeiten für Produzenten, Logistiker und Dritte. Produzenten werden in die Lage versetzt, die Kunden- bedür fnisse schneller und besser zu erfüllen. Für Logistiker ergeben sich Chancen, ihr Leistungsportfolio zu erwei- tern. Daraus entsteht Forschungsbedarf im Hinblick auf die Entwicklung neu- er Geschäftsmodelle für die verschie- denen Akteure, dem im weiteren Verlauf des Projekts nachgegangen wird. Dies beinhaltet eine Analyse vorhandener Plattform-Geschäftsmodelle und die Entwicklung eines umfassenden Konzepts zur Geschäftsmodelltransformation, welches die Akteure dazu befähigt, ihre derzeitigen Geschäftsmodelle zu trans- formieren und diese erfolgreich über die Add2Log-Plattform anzubieten. Bild 1: Gesamtüberblick Referenzprozess
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