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Der Forschungsrahmenplan für den Campus
Im Jahr 2012 wurde am FIR turnusgemäß ein neuer Forschungsrahmenplan erstellt. Der For-
schungsrahmenplan beschreibt die mittelfristigen strategischen Forschungsziele und bestimmt
über eine Periode von bis zu fünf Jahren die inhaltliche Gestaltung von Forschungsschwerpunk-
ten, von damit verbundenen Anträgen, von Dissertationen und von strategischen Forschungs-
initiativen. Daraus ergab sich die Gelegenheit, nicht nur die Kernaktivitäten des FIR weiterzu-
entwickeln, sondern diese auch auf die neuen Formen der Zusammenarbeit im Campus-Cluster
Logistik auszurichten. Die Ergebnisse sollen hier kurz zusammengefasst werden.
Thesen für das Unternehmen der Zukunft - Inhaltiche Zielsetzung bis 2018
Für das FIR und seine Ausrichtung in der Forschung für die Jahre 2013 bis 2018 werden die
folgenden Thesen formuliert, die das Unternehmen der Zukunft entscheidend prägen:
These 1: Produkte und Leistungen sind für den Kunden ad hoc verfügbar.
These 2: Die Grenzen von Raum und Zeit verschwinden.
These 3: Die Information verschmilzt mit der physischen Welt.
These 4: Die Wertschöpfung erfolgt zunehmend durch Wissen.
These 5: Der Zugang zu Leistung und Nutzung ersetzt das Produkt.
These 6. Die Verschwendung in Prozessen wird eliminiert.
Diese Thesen sind für das FIR handlungsleitend. Spezielle Themen wie Fabbing (3-D-Druck)
und individualisierte Produktion, das Konzept der Cloud sowie der Echtzeitfähigkeit zeigen
den Trend in Richtung der Entwicklung der ersten beiden Thesen. Der Trend zur ubiquitä-
ren Informationsverarbeitung wird weiterhin zunehmend unsere Welt nachhaltig verändern.
Das durch Nutzer generierte Wissen sowie dessen Vernetzung werden zum relevanten Wert-
schöpfungsfaktor für Unternehmen. Neue Modelle für das Angebot von Wertschöpfungs-
architekturen erlauben den Zugang zu Leistungen und lösen das klassische Produktver-
ständnis ab. Dabei gilt der Grundsatz der Ressourceneffizienz mit der Zielsetzung von Null-
Emission und Null-Verschwendung. Insgesamt stellen Informationstechnologien, intelligente
Objekte, in Clouds verteilte und jederzeit und überall verfügbare Rechenleistung sowie Diens-
te in beliebig skalierbarem Umfang technologische Entwicklungen dar, deren Potenziale und
Nutzungsmöglichkeiten bei Weitem noch nicht erschlossen sind.
Um die oben aufgezeigten Thesen des Unternehmens der Zukunft zu verwirklichen, reicht
zukünftig die stete Weiterentwicklung bestehender Strukturen und Prozesse zur Sicherung
der Wettbewerbsfähigkeit allein nicht mehr aus. Vielmehr steht die Frage im Vordergrund,
wie das Wertschöpfungssystem insgesamt gestaltet werden muss, um das Potenzial einzel-
ner Technologien auch langfristig verwerten zu können. Zentrale Herausforderungen für die
mittelfristigen Forschungsaktivitäten des FIR sind daher die Nutzung und der Ausbau traditio-
neller Stärken im Bereich der Betriebsorganisation und in der ingenieurwissenschaftlichen
Forschung: die Fähigkeit zur Systemgestaltung und Systemintegration.