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industriellen Organisation gelegt, die bis in unsere Zeit des Benchmarkings nachhaltig in die
Unternehmen Eingang finden.
1956
Am 22.11.1956 wird der Neubau fürs FIR am Pontdriesch eingeweiht. Auffallende
Merkmale des Gerippebaus aus Stahlbeton sind die großflächigen Fenster, die vor zu star-
ker Einstrahlung durch Sonnenlamellen geschützt sind. Im linken Flügel befindet sich eine
Ausstellungshalle, in der wechselnde Themen der Rationalisierung gezeigt werden, durch
die Fenster auf der rechten Seite blickt man auf eine Lochkartenanlage, mit deren Hilfe alle
rechnerischen und statistischen Arbeiten für die internen Belange der Hochschule und für
Forschungsaufträge der Industrie durchgeführt werden.
1959
AmFIRwird das Zentralarchiv für Rationalisierung zur systematischenAuswertung
einschlägiger Fachzeitschriften gegründet und unter dem Stichwort „Dokumentation“
geführt. Weitere Forschungsschwerpunkte in dieser Zeit sind Produktivitätsstatistik,
Produktivitätsmessung und dazugehörige Verfahrensvergleiche. Außerdem wird das FIR 1959
Mitglied der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF). Nach der Idee
der industriellen Gemeinschaftsforschung sollen im Austausch zwischen Forschung und Praxis
die Möglichkeiten geschaffen werden, die Rationalisierungserfahrungen zu verallgemeinern.
1962
Das FIR beginnt mit der Erforschung des wirtschaftlichen Einsatzes von
EDV-Anlagen. Es werden zunehmend mathematisch-analytische Methoden angewendet
und Aufgabenbereiche des Operations-Researchs hinzugenommen. Aus dem Arbeitsfeld
„Fertigungsplanung und Steuerungmit EDV“ erwächst die „Terminplanung“mit Untersuchung
zur Auftragssteuerung mittels Netzplantechnik, zur Durchführung von Qualitätskontrollen mit
DV-Anlagen und zur Zeitanalyse und -planung imKonstruktionsbüro, aber auch zur betrieblichen
Verlustquellenforschung und insgesamt zur Methodik der Fabrikplanung. In gleichem Maße
findet mit zunehmender Automation der Einsatz der menschlichen Arbeitskraft durch soziale
und technische Anpassung der Arbeit an die Arbeitspersonen steigende Beachtung.
1965
Nach dem überraschenden Ableben von Professor Mathieu übernimmt Professor
Herwart Opitz, Gründungs- und Präsidiumsmitglied des FIR sowie Inhaber des Lehrstuhls für
Werkzeugmaschinen und Betriebslehre und Direktor desWerkzeugmaschinenlabors (WZL) der
RWTH, die kommissarische Leitung des FIR.
1967
Professor Rolf Hackstein wird in Personalunion Direktor am FIR sowie Inhaber
des Lehrstuhls für Arbeitswissenschaft (IAW). Er fühlt sich dem geistigen Erbe von Mathieu
verpflichtet. Seine Forschungsergebnisse gehören noch heute zu denmaßgeblichenGrundlagen
der Disziplin. In den kommenden zwanzig Jahren wird er sich um den Technologietransfer
zwischen Wissenschaft und Industrie große Verdienste erwerben.
1968
Die erste Ausgabe der FIR- und IAW-Mitteilungen erscheint, die über die aktuellen
Forschungstätigkeiten der Institute berichtet.