7
Jubiläum „60 Jahre FIR“
1928
Der Grundstein für die komplementäre Betrachtung von Mensch und Maschine
auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Betriebsführung Aachener Prägung wird bereits 1928
mit der Einrichtung eines humanwissenschaftlichen Labors gelegt, das von Professor Walter
Poppelreuter geleitet wird und im industriellen Umfeld der RWTH Aachen wirkt. Die daraus
resultierenden Arbeitszeit-, Verfahrens- und Kostenvergleichewerden – auch in der Lehre – aus-
gebaut. Mit demAuftrag zur Rationalisierung der industriellen Produktion undWarenverteilung
beginnt eine Forschungsgeschichte, in deren Fokus es steht, flächendeckend diewirtschaftliche
Produktivität und Effizienz zu steigern.
1943
Professor Joseph Mathieu wird beauftragt, das erste arbeitswissenschaftliche
Hochschulinstitut in Deutschland zu gründen. Damit gelingt Mathieu die Verankerung ar-
beitswissenschaftlicher Lehre und Forschung an den deutschen Hochschulen. Mit den von
ihm konzipierten Arbeits-, Verfahrens- und Kostenvergleichen legt Mathieu den Grundstein
industrieller Organisation.
1952
In Düsseldorf konstituiert sich die Arbeitsgemeinschaft für Rationalisierung des
LandesNRW. Sie beauftragt ihrenArbeitsausschuss Forschung, Tätigkeitsfelder fürwissenschaft-
liche Institute zu ermitteln, die Rationalisierungsfragen systematisch bearbeiten. Der „Verein
zur Förderung des Forschungsinstituts für Rationalisierung e. V.“ (ab Oktober 1970 „FIR e. V.“)
wird gegründet.
1953
An der RWTH Aachen wird das Forschungsinstitut für Rationalisierung, kurz: FIR,
gegründet. Die Gründung des FIR erfolgt aus der Arbeitsgemeinschaft für Rationalisierung
des Landes NRW. Das ehemalige Landesministerium für Wirtschaft und Verkehr, von dem
auch die Finanzierung eingeleitet wird, hat dazu federführende Institutionen der Wirtschaft
an einen Tisch geholt. Professor Joseph Mathieu wird in Personalunion Leiter des FIR und
Inhaber des Lehrstuhls für Arbeitswissenschaft. Einer der wesentlichen Gründungsgedanken
besteht schon damals im Brückenschlag zwischen Grundlagenforschung und industrieller
Anwendung. Das Wirtschaftsklima zur Gründungszeit des FIR folgt dem Motto „Alle sollen
besser leben“, wie es auch im Haus der Geschichte in Bonn als Ausschnitt einer „Lehrschau
für Rationalisierung“ aus den fünfziger Jahren ausgestellt ist. Um die Konsumwünsche be-
friedigen zu können, soll von Aachen aus der rationelle Einsatz der menschlichen Arbeitskraft
durch zunehmende Mechanisierung und Automatisierung gewährleistet werden. Bereits zur
Gründung des FIR gilt es, Lösungen zu wirtschaftlich-technischen Strukturproblemen von
Industrie und Handel zu finden. Das FIR soll nicht nur Grundlagen wie Leistungsvergleiche
und Planungsmethoden erforschen, sondern auch der Rationalisierungspraxis zuverlässige
Instrumente zur Verfügung stellen, um die betriebsindividuelle Produktivität zu steigern. Mit
Arbeitszeit- und Arbeitsverfahrensvergleichen werden am FIR methodische Grundsteine der
1,2,3,4,5,6,7,8 10,11,12,13,14,15,16,17,18,19,...168